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AGAPLESION MARKUS KRANKENHAUS
Sprechzeiten Urologie

Wilhelm-Epstein-Straße 4
60431 Frankfurt am Main

Ihr Ärzteteam
 Rainer Mechelhoff

Rainer Mechelhoff

Leitender Oberarzt der Klinik für Urologie

Sektionsleiter Endoskopische Urologie

 Alexander Born

Alexander Born

Oberarzt der

Klinik für Urologie

 Friedwart Siegmund

Friedwart Siegmund

Funktionsoberarzt

Dr. med. Ruben Balthasar

Dr. med. Ruben Balthasar

Facharzt

 Prof. Dr. med. univ. Georg Bartsch

Prof. Dr. med. univ. Georg Bartsch

Chefarzt der Klinik für Urologie

Leiter des interdisziplinären Zentrums für roboterassistierte Chirurgie

Endoskopische Urologie

Herzlich willkommen auf der Informationsseite zur urologischen Endoskopie der Klinik für Urologie am Agaplesion Markuskrankenhaus Frankfurt.

Die urologische Endoskopie ist ein zentraler Bestandteil der modernen Diagnostik und Therapie in der Urologie. Sie ermöglicht es uns, Erkrankungen der Harnwege und der männlichen Geschlechtsorgane schonend und präzise zu untersuchen und zu behandeln – oftmals ohne äußere Schnitte. Mithilfe spezieller Endoskope können wir unter anderem die Harnröhre, Blase, Harnleiter und das Nierenbecken direkt einsehen und gezielt operieren.

In unserer Klinik setzen wir auf moderne endoskopische Techniken, ergänzt durch hochauflösende Bildgebung und minimalinvasive Verfahren wie die Lasertherapie. Unser erfahrenes urologisches Team sorgt dabei für eine sichere, effektive und patientenschonende Behandlung auf dem neuesten Stand der Medizin.

Auf dieser Seite informieren wir Sie über die wichtigsten Untersuchungen und Eingriffe der urologischen Endoskopie sowie über den Ablauf und die Vorteile dieser Verfahren.

Leistungsspektrum

Zystoskopie (Blasenspiegelung)

  • Die Blasenspiegelung ist eine wichtige Untersuchung in der Urologie. Dabei wird ein dünnes, flexibles Endoskop vorsichtig über die Harnröhre in die Blase eingeführt. So können wir die Schleimhaut der Harnblase direkt betrachten. 
  • Wann ist eine Blasenspiegelung sinnvoll?
    • Abklärung von Blut im Urin - wiederkehrende Blasenentzündungen - Kontrolle nach Blasentumoren - Abklärung unklarer Beschwerden beim Wasserlassen

       

Harnleiter- und Nierenendoskopie (URS)

  • Bei der sogenannten URS (Ureterorenoskopie) können wir Steine oder Veränderungen im Harnleiter und in der Niere direkt behandeln. 
  • Wann ist eine URS notwendig? 
    •  Harnleiter- oder Nierensteine 
    • Engstellen im Harnleiter 
    • Abklärung von Schleimhautveränderungen
  • Ablauf:
    • Über die Harnröhre und Blase wird ein feines Endoskop in den Harnleiter eingeführt. Steine können mit einem Laser zertrümmert und anschließend entfernt werden. In manchen Fällen legen wir für kurze Zeit eine Harnleiterschiene (Stent) ein, die den Abfluss des Urins sicherstellt. Der Eingriff erfolgt in Narkose und ist meist sehr schonend.

       

Retrograde Pyelogramm (retrograde Darstellung) 

  • radiologische, kontrastmittelgestütze Darstellung des Harnleiters und des Nierenbeckenkelchsystems zu diagnostischen Zwecken

Transurethrale Resektion der Blase (​​​​​TUR-B)

  • Die TUR-B ist das Standardverfahren zur Entfernung von Blasentumoren. 
  • Wann wird die TUR-B durchgeführt? 
    • Bei Verdacht oder Nachweis eines Tumors in der Harnblase 
  • Ablauf: 
    • Über die Harnröhre wird ein starres Endoskop eingeführt. Mit einer elektrischen Schlinge entfernen wir das Tumorgewebe gezielt aus der Blase. Das Gewebe wird anschließend feingeweblich untersucht, um die genaue Diagnose zu sichern. Meist erfolgt nach der Operation die Spülung der Harnblase. Der Blasenkatheter bleibt für 1–2 Tage liegen.

 

Photodynamische Diagnostik

  • zur Verbesserung der Detektion des Harnblasentumors (ca. 20% und ca. 40% bei CIS-Tumoren) erfolgt die präoperative Instillation von Hexaminolevulinat (Hexvix) über einen Blasenkatheter in die Harnblase. 

Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P)

  • Die TUR-P ist ein bewährtes Verfahren zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH). 
  • Warum TUR-P? 
    • - Wenn Medikamente nicht mehr ausreichen 
    • Bei wiederholten Harnverhalten oder Infekten
    • Bei starker Beeinträchtigung des Wasserlassens 
  • Ablauf: 
    • Über die Harnröhre tragen wir mit einer elektrischen Schlinge das überschüssige Prostatagewebe ab, das den Harnfluss behindert
    • Nach dem Eingriff erfolgt die Spülung der Harnblase über einen Katheter.

       

HoLEP (Holmium-Laser-Enukleation der Prostata) 

  • Die HoLEP ist ein modernes, minimal-invasives Verfahren zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung. Dabei wird mit einem Holmium-Laser das überschüssige Prostatagewebe von der Prostatakapsel abgetragen („enukleiert“) und anschließend in der Blase zerkleinert und entfernt. 
  • Vorteile für Patienten: 
    • Sehr gründliche und dauerhafte Entfernung des überschüssigen Gewebes 
    • Geeignet auch bei stark vergrößerter Prostata 
    • Wenig Blutverlust → auch bei Einnahme von Blutverdünnern oft möglich

       

GreenLight-Laser (Photoselektive Vaporisation der Prostata) 

  • Beim GreenLight-Laser wird das überschüssige Prostatagewebe durch einen hochenergetischen grünen Laserstrahl verdampft („vaporisiert“). 
  • Vorteile für Patienten: 
    • Sehr blutungsarmes Verfahren, daher besonders für Patienten mit Blutverdünnern geeignet

       

Rezūm

  • Die Rezūm-Wasserdampftherapie (gesprochen: Rezüm) ist eine minimalinvasive Behandlungsmethode zur Linderung von Symptomen einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH). Bei diesem Verfahren wird Wasser in Form von Dampf (103 °C) durch die Harnröhre mit einer kleinen Nadel direkt in das betroffene Prostatagewebe eingebracht. Der Dampf kondensiert und setzt dabei Energie frei, die die Zellen des überschüssigen Gewebes zerstört.
  • Dieses Gewebe wird dann vom Körper über mehrere Wochen auf natürliche Weise abgebaut, was zu einer Verringerung des Prostatavolumens und einer Verbesserung der Harnsymptome führt.
  • Der Eingriff dauert in der Regel etwa 10 Minuten, eine lange Narkose ist daher nicht erforderlich.
  • Patienten berichten oft schon nach einigen wenigen Wochen über eine deutliche Verbesserung der Symptome. Die Rezūm-Therapie stellt somit eine effektive und schonende Alternative zu dauerhaften medikamentösen Behandlungen und anderen chirurgischen Eingriffen dar.
  • Copyright bei Boston Scientific (inklusiver Videos und Bilder). Mehr Informationen finden Sie hier.

Prostatastanzbiopsie

  • Biopsie-Verfahren bei V.a. Prostatatumor bei erhöhtem PSA-Wert, auffälliger rektalen Untersuchung, oder auffälliger Bildgebung (z. B. MRT)
  • bei uns im Haus fast nur noch transperineal (über den Damm) durchgeführt. 

 

MRT-Fusions-Biopsie

  • Voraussetzung: Vorhandensein eines Multiparametrischen-MRTs der Prostata
  • führt zu gezielteren Biopsien der auffälligen Areale und somit zu einer erhöhten Detektionsrate 

Harnleiterschiene (Stent), DJ

  • Manchmal ist es notwendig, eine sogenannte Doppel-J-Schiene (Stent) einzulegen. 
  • Warum ein Stent? 
    • Damit der Urin trotz Schwellung oder Steinabgang sicher von der Niere zur Blase fließen kann 
    • Vorübergehende Entlastung nach Operationen 
      • Ablauf: Der Stent/DJ ist ein dünner Kunststoffschlauch, der im Harnleiter platziert wird. Er ist von außen nicht sichtbar 

 

Perkutane Nephrostomie (PCN) 

  • Eine perkutane Nephrostomie ist ein Verfahren, bei dem ein dünner Schlauch direkt von außen in die Niere eingelegt wird. So kann Urin sicher abfließen, wenn der Harnleiter blockiert ist (z. B. durch einen Stein oder Tumor). 
  • Vorteile für Patienten: 
    • Schnelle Entlastung der Niere 
    • Schonendes Verfahren unter örtlicher Betäubung oder Kurznarkose 
    • Vorübergehende Maßnahme, bis die Ursache beseitigt ist

Starre und flexible URS (ggf. unter Zuhilfenahme es Holmium-Lasers)

  • Bei der sogenannten URS (Ureterorenoskopie) können wir Steine im Harnleiter und in der Niere direkt behandeln. 
  • Wann ist eine URS notwendig? 
    • Harnleiter- oder Nierensteine 
  • Ablauf: 
    • Über die Harnröhre und Blase wird ein feines Endoskop in den Harnleiter eingeführt. Steine können mit einem Laser zertrümmert und anschließend entfernt werden. In manchen Fällen legen wir für kurze Zeit eine Harnleiterschiene (Stent/DJ) ein, die den Abfluss des Urins sicherstellt. Der Eingriff erfolgt in Narkose und ist meist sehr schonend.

 

Mini-PCNL (ggf. unter Zuhilfenahme es Holmium-Lasers)

  • Endoskopisches Verfahren zur minimal-invasiven Entfernung von Nierensteinen über einen direkten Zugang zur Niere über die Haut
  • Wird vor allem bei großen Nierenbeckensteinen, Nierenausgußsteinen oder Steinen in der unteren Kelchgruppe eingesetzt werden. 

 

Blasensteinentfernung

  • Blasensteine entstehen, wenn sich im Urin Kristalle ablagern und verhärten. Diese können Beschwerden beim Wasserlassen oder Blut im Urin verursachen. 
  • Behandlung: 
    • Über die Harnröhre wird ein Endoskop in die Blase eingeführt 
    • Der Stein wird zertrümmert (z. B. mittels Mauermayer oder Laser) und entfernt
    • Oft erfolgt hiernach die Spülung der Harnblase

Harnröhrenbougierung

  • Eine Bougierung dient dazu, eine Verengung der Harnröhre (Striktur) vorsichtig aufzudehnen. 
  • Ablauf: 
    • Unter Betäubung werden schmale Instrumente (Bougies) schrittweise durch die Harnröhre eingeführt 
    • So wird die Engstelle erweitert, damit der Urin wieder frei fließen kann

 

Harnröhrenschlitzung (Urothrotomie nach Sachse oder Otis)

  • Bei einer ausgeprägten Harnröhrenverengung kann eine innere Harnröhrenschnitt-Operation notwendig sein. 
  • Ablauf: 
    • Über ein Endoskop wird die Engstelle der Harnröhre mit einem feinen Messer oder Laser eingeschnitten 
    • Dadurch wird die Harnröhre wieder durchgängig gemacht 

 

Blasenhalsschlitzung nach Turner-Warwick

  • Wenn sich der Blasenhals nach einer Operation oder durch Vernarbung nicht richtig öffnet, kann eine kleine Inzision helfen. 
  • Ablauf: 
    • Über ein Endoskop wird der Blasenhals vorsichtig eingeschnitten 
    • Dadurch verbessert sich der Harnabfluss aus der Blase

​​​​Botox-Injektion in die Harnblase

  • Botulinumtoxin (Botox) kann bei einer überaktiven Blase eingesetzt werden, wenn Medikamente nicht ausreichend helfen. 
  • Ablauf: 
    • Über ein Endoskop wird das Medikament an mehreren Stellen in die Blasenwand injeziert 
    • Dadurch entspannt sich die Blasenmuskulatur und unkontrollierte Kontraktionen werden vermindert 
  • Vorteile für Patienten: 
    • Bessere Blasenkontrolle 
    • Weniger Drang und Inkontinenzepisoden 
    • Wirkung hält meist 6–9 Monate, dann Wiederholung möglich/nötig

 

​​​​​Laserablation

  • Die Laserablation ist ein modernes, minimalinvasives Verfahren zur gezielten Behandlung von Tumoren im Urogenitaltrakt 
  • Dabei wird ein feiner Laserstrahl über ein Endoskop direkt an den Tumor geführt. Die Tumorzellen werden durch die Hitze des Lasers präzise zerstört. Sie kommt vor allem bei kleineren, gut zugänglichen Tumoren oder im palliativem Setting zum Einsatz.