Autonomie und Einsamkeit Sterbenskranker zwischen Zuwendung und Aushalten – ein psychologischer Workshop für Behandelnde

Dr. Christina Demmerle (Psycho-Onkologie), UCT Frankfurt

Wenn Patientinnen und Patienten dem multiprofessionellen Unterstützungsangebot auf Palliativstationen skeptisch, zurückhaltend oder sogar abweisend gegenüberstehen ist das für ein Behandlungsteam nicht immer leicht auszuhalten. In dem Spannungsfeld eigener Bedürfnisse (zum Beispiel nach „Helfen wollen“), dem Schwerstkranken zugeschriebener Bedürfnisse (zum Beispiel „Bindung suchend“) sowie den zuweilen unklaren realen Bedürfnissen des Betroffenen (zum Beispiel nach vertrauter „Ruhe und Rückzug“) treten häufig Konflikte zu Tage, die sich wechselseitig hochschaukeln. In der Sterbesituation reaktivierte, möglicherweise alte Bindungsmuster, können sich dabei sowohl in der Interkation mit Angehörigen, als auch in der Interaktion mit Mitarbeitenden des Behandlungsteams zeigen (welche wiederum eigene Bindungserfahrungen mit einbringen).

In dem Workshop reflektieren wir anhand von Fallbeispielen unterschiedliche Bindungsmuster von Menschen und ihre Aktivierung in der potentiellen Trennungssituation des nahstehenden Todes. Auf Hintergrund inhaltlicher Impulse sollen die Teilnehmenden befähigt werden, einen ersten Zugang zu eigenen Bindungsmustern und Ideen zu hilfreichen Strategien in der Begegnung mit unterschiedlichen Bindungsmustern von Schwerstkranken zu erhalten.

Workshoppate: Palliativstation der Uniklinik Frankfurt