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AGAPLESION MARKUS KRANKENHAUS
Klinik für Thoraxchirurgie

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Prof. Dr. med. Joachim Schirren

Prof. Dr. med. Joachim Schirren

Chefarzt

Tumore des Mittelfellraumes (Mediastinaltumore)

Als Mediastinum (Mittelfell) wird der Raum zwischen Brustbein und Brustwirbelsäule bezeichnet. Zur Seite hin wird dieser Raum von den beiden Lungen begrenzt. Nach unten bildet das Zwerchfell eine Grenze. Zum Hals hin endet das Mediastinum in Höhe der ersten Rippe. Hier gibt es aber keine regelrechte Grenzschicht.

Die wichtigsten Organe im Mediastinum sind: Herz und große Gefäße, Speiseröhre (Ösophagus), Thymusdrüse, Luftröhre mit Hauptbronchien, große Lymphgefäße (Ductus thoracicus), eventuell Schilddrüse.

Aus dieser Vielzahl von Organsystemen ergibt sich auch eine Vielzahl von möglichen gut- und bösartigen Tumoren, die hier lokalisiert sein können (etwa 80 sind beschrieben). Im Folgenden sei daher nur auf die häufigsten verwiesen.

Die Thymusdrüse ist unmittelbar hinter dem Brustbein gelegen. Im Kindesalter hat sie eine Funktion bei der Bildung des Immunsystems. Im Erwachsenenalter verliert sie ihre Funktion. Aus dieser Drüse können Tumoren entstehen, die umso bösartiger werden, je größer sie werden. In Zusammenhang mit diesen Tumoren kann eine neurologische Erkrankung auftreten, bei der die Patienten sehr leicht ermüden (Myasthenia gravis). Die Therapie besteht in einer radikalen Entfernung des Tumors (Thymoms/Thymuskarzinoms).

Die Vielzahl der Lymphknoten- und -bahnen kann Ursprung für bösartigen Lymphdrüsenkrebs werden (Maligne Lymphome). Die Chirurgie hat hier nur die Aufgabe, eine Gewebeprobe für eine exakte mikroskopische Diagnose zu sichern. Die Behandlung dieser Erkrankung besteht aus Chemotherapie in Verbindung mit Strahlentherapie.

Aus versprengten Keimzellanteilen aus der Embryonalentwicklung können sich sogenannte Keimzelltumoren entwickeln. Hier gibt es sowohl gutartige wie auch bösartige. Die gutartigen sollten primär operativ entfernt werden. Die bösartigen Keimzelltumoren sollte zunächst einer Chemotherapie zugeführt werden. Die Chirurgie hat hier die Aufgabe, verbliebene Tumoranteile nach Chemotherapie zu entfernen.

Gelegentlich wächst die Schilddrüse vom Hals her in das Mediastinum ein und kommt hier hinter dem Brustbein zu liegen. Die Behandlung besteht in der operativen Entfernung. Meist gelingt dies vom Hals her, selten ist auch eine Spaltung des Brustbeins erforderlich.

Zystische Tumoren gehen häufig von den Bronchien oder dem Herzbeutel aus und sind meist gutartig. Sie sollten dennoch entfernt werden weil sie Verdrängungserscheinungen hervorrufen können oder sich infizieren.
 
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